Die europäischen Zollregeln verändern die Rahmenbedingungen für den internationalen Onlinehandel. Seit dem 1. Juli 2026 gilt für betroffene E-Commerce-Sendungen aus Drittländern mit einem Sachwert bis 150 Euro ein vorläufiger Zoll von drei Euro je zolltariflich unterschiedlicher Warengruppe innerhalb einer Sendung. Damit entfällt für diese Waren die bisherige Zollbefreiung.
Wachstum ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Steigende Auftragszahlen, neue Sortimente oder die Expansion in weitere Märkte zeigen, dass sich ein Geschäftsmodell erfolgreich entwickelt. Für die Logistik kann genau dieses Wachstum jedoch zur Herausforderung werden – insbesondere dann, wenn Flächen, Prozesse und Kapazitäten nicht im gleichen Tempo mitwachsen.
Die Ausschreibung ist abgeschlossen, der Logistikpartner ausgewählt und der Vertrag unterschrieben. Für viele Unternehmen ist damit ein wichtiger Meilenstein erreicht. Doch bis zur ersten erfolgreich ausgelieferten Bestellung steht noch eine entscheidende Aufgabe bevor: Aus dem vereinbarten Konzept muss ein funktionierender Logistikbetrieb werden.
„Die Mengen sind weitgehend stabil.“ Dieser Satz findet sich so oder ähnlich in vielen Logistikausschreibungen. Für Verlader klingt er zunächst beruhigend. Für Logistikdienstleister kann er jedoch zum wirtschaftlichen Risiko werden.
Denn stabil sind häufig nur die Jahresmengen auf dem Papier. Im operativen Alltag bestimmen dagegen saisonale Spitzen, Aktionsgeschäft, Sortimentswechsel und kurzfristige Auftragsschwankungen die tatsächliche Belastung eines Standorts. Werden Angebote hauptsächlich auf Basis von Durchschnittswerten kalkuliert, entsteht schnell ein Logistikkonzept, das rechnerisch funktioniert, in der Praxis aber an seine Grenzen stößt.
Bereits 2022 haben wir uns in unserem Beitrag „Große Herausforderung, viele Chancen: Die Digitalisierung der Logistik“ mit den Veränderungen beschäftigt, die digitale Technologien für die Branche mit sich bringen.
Damals galt die Digitalisierung für viele Unternehmen noch als eine der größten Zukunftsaufgaben der Logistik.
Vier Jahre später ist es Zeit für eine neue Bestandsaufnahme: Wo steht die Branche heute und welche Herausforderungen sind inzwischen in den Mittelpunkt gerückt?